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Ein Südtiroler im Himalaya – Hans Kammerlander

Die Berge sind sein Zuhause. Je anspruchsvoller, desto besser. Hans Kammerlander ist neben Reinhold Messner der bekannteste Südtiroler Extrembergsteiger. Sein Markenzeichen sind zudem extreme Skiabfahrten an den höchsten Bergen der Welt.

Allein unterwegs

Hans Kammerlander

Von Kindheit an war er in den Bergen unterwegs. Waren es anfangs nur die Berge rund um seine Heimat Ahornach, sollten es später auch die Achttausender werden. Mit 18 Jahren begann Kammerlander die Ausbildung zum Berg- und Skiführer und Skilehrer und bestand 1977 mit 21 Jahren alle Prüfungen. Bis 1983 durchstieg er viele schwere Alpenwände über klassische Routen, teilweise im Alleingang. Heute hat er rund 2000 Kletterrouten, davon 60 Alleinbegehungen im VI. Grad, und rund 50 Erstbegehungen in seinem Tourenbuch, darunter auch die drei großen Nordwände in den Alpen – Matterhorn (1976), Eiger und Grandes Jorasses (1981).

Aus den Alpen in den Himalaya

Seine alpinistischen Leistungen und seine Tätigkeit bei der Alpinschule Südtirol ermöglichten ihm 1982 die erste Teilnahme an einer Himalaja-Expedition. Die Besteigung des Cho Oyu mit Reinhold Messner scheiterte zwar, aber schon im nächsten Jahr erreichten sie mit Michl Darcher den Gipfel als Erste über die Südwestwand. 1984 glückte Kammerlander und Messner die bis heute einzige Überschreitung zweier Achttausender (Gasherbrum I und Hidden Peak). 1995 konnte er den Nanga Parbat besteigen und anschließend mit Ski bis ins Basecamp abfahren – die erste komplette Skibefahrung eines Achttausenders überhaupt. Und 1996 schaffte er die bisher schnellste Begehung (ohne künstlichen Sauerstoff) und die erste Skiabfahrt am Mount Everest. Zwischen 1983 und 2001 bestieg Kammerlander 12 Achttausender – die Besteigung des Shishapangma als 13. wird ihm offiziell nur bis zum Mittelgipfel (8008 m) angerechnet. Da er am Manaslu ein traumatisches Unglück erlebt hatte, das mit dem Tod seiner Freunde endete, wird Kammerlander auch in Zukunft nicht an diesen Berg zurückkehren, um die Liste der 14 Achttausender zu komplettieren.

Alpinschulchef auf Reisen

15 Jahre leitete Kammerlander bis 2003 die Alpinschule Südtirol. In dieser Zeit führte er auch Expeditionen an niedrigeren Himalaja-Gipfel durch. Ergebnis sind zahlreiche Erstbesteigungen von schwierigen Sechs- und Siebentausendern. Kammerlander lebt in Ahornach und hat Anfang April dieses Jahres sein neuestes Bergprojekt gestartet: die Besteigung des jeweils zweithöchsten Berges jedes Kontinents, die oft klettertechnisch als schwieriger eingestuft werden als die höchsten Berge. In den nächsten beiden Jahren möchte der Südtiroler Extrembergsteiger alle „SecondSevenSummits“ besteigen.

(Redaktion: Bergsteiger)

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