Südtirol
IMS 2011 - IMS: International Mountain Summit

Top-Bergsteiger

Beat Kammerlander

Geboren am 14.01.1959

Geboren in Nüziders/Vorarlberg

Nation: Österreich

Beruf: Sportkletterer

Der Vorarlberger Beat Kammerlander zählt seit Jahrzehnten zu den besten Allroundkletterern Europas. Er hat als einziger alpiner Sportkletterer auch Touren im 10. Schwierigkeitsgrad gemeistert und ist in jeder Disziplin zu Hause. Auch im Eisklettern zeigt Beat Kammerlander, wie er die Grenzen des Möglichen verschieben kann.

Beat Kammerlander – drei Jahrzehnte in der Vertikalen

Beat beginnt vor über drei Jahrzehnten mit dem Klettern und wird schnell zu einem der stärksten Allroundkletterer seiner Zeit. Anfangs steht er dem Klettern skeptisch gegenüber – Bergsteigen ist für ihn verbunden mit Karohemden und Bundhosen. Doch beim ersten Mal sind das Erleben und Überwinden der Angst, die er beim Blick in die Tiefe empfindet, bereits so stark, dass er mehr davon will. So beginnt eine intensive und ehrliche Beziehung mit der Vertikalen: „Es ist eine Möglichkeit, in mich hinein zu schauen und manchmal zu fragen, wer bin ich und was will ich? Beim Klettern geht es um Wahrheit und Lüge – die Schwerkraft lässt sich nicht betrügen.“

Der Allrounder


 Eis-, Alpin- oder Sportklettern, er beherrscht alles auf höchstem Niveau. Die Kletterhistorie kann davon ein Lied singen. Seine spektakulären Erstbegehungen wie „New Age“, „Unendliche Geschichte“, oder „Silbergeier“, zählen zu den ersten alpinen Sportkletterrouten im 10. Schwierigkeitsgrad und sind Meilensteine in der Alpingeschichte. Direkt oberhalb des  Ortes Nüziders hat er 1997 die Route „Prinzip Hoffnung“ eröffnet. Damals „konventionell“ mit Bohrhaken. 2009 gelingt ihm die Wiederholung seiner Route ohne Verwendung von Bohr- oder Normalhaken, also clean. Die einzige Sicherung besteht aus selbst gesetzten Klemmkeilen, die jedoch in so feinen Rissen an der Bürser Platte nie die Wucht eines Sturzes tragen können – einen Fehler darf hier eigentlich nicht passieren. Die Angst spielt hier eine große Rolle: „Es hat über ein dreiviertel Jahr gedauert, bis ich mental so weit war, es zu versuchen.“
Aber Beat liebt Veränderung:„Beim Klettern kann ich eine Spezialdisziplin nie zu lange machen, da wird mir langweilig. Ich brauche die Abwechslung. Ich bin richtig froh, wenn wieder der Winter kommt und ich ins Eis darf.“

Hinter und vor der Linse

Gerne verändert Beat den Betrachtungswinkel und schlüpft in die Rolle des Fotografen.
Vor seiner Kamera agieren Kletterstars wie Pietro Dal Pra in der Route „Via Cathedrale“; spärlich gesichert, 850 Meter lang, 10. Schwierigkeitsgrad und Didier Berthod, wie er die schwierigste Risskletterei im Indian Creek, Utah, bewältigt. Die fotografische Begleitung anderer Persönlichkeiten, wie Dean Potter auf der Slackline oder beim Basejumping, sowie Axel Naglich bei der Expedition „The Vertikal Rush“ – die längste Skiabfahrt der Welt, in Alaska, gewähren spektakuläre Einblicke und Perspektiven in das Leben in der Senkrechten. Beat jedenfalls steckt voller Ideen, plant aber nicht zu sehr voraus: Es kommt eh immer alles anders, als geplant.

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