Shortnews: Adam Ondra mit neuen Fels-Highlights, mehrere tödliche Bergunfälle, Reel Rock Film Tour
Zum Ende der Woche haben wir euch einige Neuigkeiten aus der Kletter- und Bergsportszene in den Shortnews zusammengefasst ...

Paul Robinson Bildrechte: Prana

Entscheidene Szene im Finale: Adam Ondra fällt aus der Wand Bildrechte: Newspower Canon

Glückliche Sieger: v.l.n.r. Jakob Schubert (AUT), Julian Ramon Puigblanque (ESP) und Adam Ondra (CZE) Bildrechte: Newspower Canon
Adam Ondra war bei der WM in Arco einer der erfolgreichsten Athleten: Silber im Bouldern, Bronze im Lead, Gold im Overall. Nachdem er dann auch noch den Duell-Wettkampf im Finale gegen Thomas Tauporn für sich entschieden hatte, zog es den 18-jährigen Tschechen aber wieder an den Fels. In Zoia onsightete er drei 8a+ Routen, zwei Tage danach kletterte er in Margalef die Route Aitzol onsight, die er mit 8b+ bewertete - Dani Andrada und einige Wiederholer der Tour hatten sie als 8c eingeschätzt. Im Anschluss verpasste Ondra noch Era Bella 9a im zweiten Go und Gancho Perfecto 9a erfolgreiche Durchstiege. Adams nächster Rocktrip führt in die Rocklands nach Südafrika - man darf gespannt sein, wie er dort seine Boulderfähigkeiten an den Fels bringt.
Mehrere tödliche Bergunfälle in den Alpen
In den Alpen ereignen sich weiter tödliche Bergunfälle, so auch in den vergangenen Tagen. Besonders tragisch endete dabei die Tour zweier Italiener in den Julischen Alpen. Wie die Online-Ausgabe der Kleinen Zeitung berichtet, war der 41-Jährige Federico D. zum Lieblingsberg seines bei einem Motorradunfall verstorbenen Bruders gereist, um dort seine Asche zu verstreuen. Mit einem Freund kletterte über den Klettersteig auf der Nordseite auf den Gipfel des 2754 Meter hohen Montasch (Bramkofel). Dort streuten sie die Asche aus, doch mittlerweile war ein Sturm aufgezogen und ein Gewitter drohte. Die beiden Bergsteiger entschieden sich zum Abstieg über die etwas leichtere und schneller zu bewältigende Südflanke. Dort stand Federico D. gerade oberhalb einer Eisenleiter, um darüber abzusteigen, als ein Blitz neben ihm und seinen Begleiter einschlug. Der 41-Jährige verlor den Halt und stürzte circa 50 Meter in die Tiefe - er war sofort tot. Sein Bergbegleiter wurde bewusstlos, konnte erst zwei Stunden später durch Hilferufe auf sich aufmerksam machen und letztendlich gerettet werden.
Auch am Watzmann gab es diese Woche Unglücke zu beklagen, innerhalb von zwei Tagen starben zwei Menschen, wie die Polizeiinspektion Berchtesgaden mitteilte: Am Dienstag suchten 40 Einsatzkräfte nach einem vermissten Mann aus Berchtesgaden. Der Mann konnte zunächst nicht gefunden werden, am Mittwoch Morgen wurde die Suche fortgesetzt. Während der Arbeiten ereilte die Retter ein Notruf, ein 44-Jähriger war unterhalb der Südspitze des Watzmanns 30 Meter in die Tiefe gestürzt und dabei tödlich verletzt worden. Die Leiche wurde geborgen und die schockierte 51-jährige Begleiterin des Verunglückten ins Tal geflogen. Am späten Nachmittag dann fanden die Rettungskräfte den leblosen Körper des vermissten 71-Jährigen unterhalb eines selten genutzten Steigs, wahrscheinlich ist er dort abgestürzt.
Das ORF-Steiermark berichtete am Donnerstag, dass ein 27-jähriger Steirer bei einem Kletterunfall am Schwarzen Meer in Bulgarien ums Leben gekommen ist. Der Kletterer war nach Angaben des ORF in einer Felswand direkt über dem Wasser unterwegs, als er aus bisher ungeklärter Ursache abstürzte, beim Aufprall auf das Wasser vermutlich das Bewusstsein verlor und wahrscheinlich ertrank.
Reel Rock Film Contest: Jetzt abstimmen
Nun zu erfreulicheren Nachrichten: Die Reel Rock Film Tour dürfte vielen Kletterern mittlerweile bekannt sein - auf den Tourstopps in Deutschland gab es von Juni bis August einige der aktuell sehenswertesten Kletterfilme zu bestaunen. Doch die Reel Rocker haben sich noch etwas einfallen lassen und einen Film Contest ins Leben gerufen. Die besten der eingereichten Filme könnt ihr unter www.reelrocktour.com/contest/ ansehen - einige der Clips sind absolut sehenswert, schaut mal rein.
Robinson & Puigblanque
Das Leben eines Paul Robinson müsste man haben: Ende Juli gelang dem US-Amerikaner nach sechs Tagen Arbeit am siebten Tag der Durchstieg seines Boulders "Simple Knowing" in den Rocklands (Südafrika). Aber so simple kann er nicht gewesen sein, der Bewertungsvorschlag ist mit 8c fb (V15) relativ happig. "Allein für den Crux Move habe ich vier Tage gebraucht. Der Style ähnelt dem von "The Island" und "Big Paw", aber die Bewegungen erfordern unterschiedliche Techniken", so Paul. Nach einem Monat im Süden des schwarzen Kontinents muss Robinson nun wieder zurück in die USA, wo er im Herbst und Winter aktiv sein will. Ende des Winters geht es in die Schweiz, danach nach Japan und Neuseeland und im Anschluss wieder nach Südafrika. Wie gesagt, so ein Leben müsste man haben...
Zum Abschluss der Shortnews noch der Hinweis auf folgende, erwähnenswerte Kletterleistungen: Weltmeister "Ramonet" Puigblanque vermeldet aus Ceüse (FRA) eine neue Tour, bzw. erweiterte Route, nämlich "Le cadre nouvelle version", die er mit 9a bewertet. Thanasis Htenas (GRE) gelang nach über 50 Versuchen über eine lange Zeit hinweg der Durchstieg von "Die Hard 2" in Kranoxwri (GRE). Und beim Europacup der Kletter-Youngster in Bulgarien kehrte das deutsche Team des DAV mit vier Medaillen nach Hause zurück: David Firnenburg wurde Dritter (Lead, Jugend A), sein Bruder Ruben Zweiter (Lead, Jugend B), Moritz Hans Dritter (Lead, ebenfalls Jugend B) und Joashua Bosler Dritter im Speed der Jugend B.














