Kurt Diemberger
Kurt Diemberger ist der einzige lebende Alpinist, dem die Erstbesteigung zweier Achttausender gelang. Mit Hermann Buhl und zwei weiteren Gefährten bezwang er 1957 den 8047 m hohen Broad Peak ohne Sauerstoffgeräte und die Hilfe von Hochträgern -„im Westalpenstil“, wie Hermann Buhl es nannte. Am Dhaulagiri -einem der letzten jungfräulichen Achttausender - gelang ihm die Erstbesteigung mit einer schweizerischen Mannschaft 1960 ebenfalls ohne die Verwendung des Sauerstoffgeräts. Nach einer Pause von 18 Jahren, die ihn in die verschiedensten Winkel der Erde führte – Reisen, Erkundungen, Expeditionen, Abenteuer – zog es ihn wieder zu den höchsten Gipfeln der Welt zurück: 1978 steht er im Frühling auf dem Makalu (8481 m) – im Herbst auf dem Everest (8850 m)!
Bergfotograf, Kameramann und Preisträger des amerikanischen EMMY
Der Gasherbrum II (8035 m) folgt in der nächsten Saison, und schließlich erreicht er 27 Jahre nach der Erstbesteigung nochmals den Gipfel des Broad Peak… Diesmal ist Kurt in Begleitung von Julie Tullis, mit der er 1983 am K2 das „Höchste Filmteam der Welt“ gegründet hat – das Erleben der großen Berge auch für andere herunterzubringen, ist ihr gemeinsames Ziel geworden. Schon früher ist Kurt als Bergfotograf mit seinen Vorträgen in vielen Ländern der Erde unterwegs gewesen, hat als Kameramann der Franzosen die höchsten Tonfilmszenen auf dem Gipfel des Everest gedreht, wurde von den Amerikanern für seine Dokumentation über den ersten Versuch der schwierigen Ostwand des Berges mit einem „EMMY ausgezeichnet – dem bedeutendsten Filmpreis der USA.
Der Weltenbummler im Extremgang auf den höchsten Gipfeln der Welt
Zuhause in Salzburg (oder in Bologna) trifft man den Weltenbummler selten an, er steckt irgendwo im Himalaya, im Urwald, in der Wüste oder vielleicht in Grönland. Fünf Bücher hat er bis jetzt geschrieben: zuerst „Gipfel und Gefährten – zwischen null und achttausend“, dann „Gipfel und Geheimnisse“ und „K2 – Traum und Schicksal“. Dieses Werk ist die Erzählung über dreissig Jahre im Zeichen des großen Berges…die Einsamkeit des Baltorogletschers, die er mit Hermann Buhl erlebt hat; wie der K2 (8611 m), der „große Kristall“ – von verzaubernder Schönheit, aber gefährlicher und schwieriger als der Everest – für ihn zum Traumberg wurde – bald auch für Julie, seine Gefährtin: gemeinsam stoßen sie auf der Nordkante bis 8000 m vor, ein Jahr später versuchen sie es über den Abruzzensporn, vergeblich… Dann, 1986, gehört ihnen endlich der Gipfel – doch Julie stirbt beim Abstieg im Höhensturm, in der größten Tragödie an diesem Berg („K2 – Traum und Schicksal“ wurde 1989 in Trient als bestes Bergbuch mit dem ITAS-Preis ausgezeichnet, der gleichnamige Film erhielt mit dem „goldenen Enzian“ den Hauptpreis des Festivals).
Diemberger heute
In Tashigang, einem Tibeterdorf, haben Julie und Kurt vor der letzten Fahrt noch ihren Film über den „Ort des Glücks“ der Einheimischen im Bergwald zu Ende gedreht – er war einer ihrer besten. Und Kurt heute? Geht weiter hinauf zu den Bergen, führt das fort, was sie begonnen haben…
Von einst und jetzt erzählt er in seinen neuesten Büchern: AUFBRUCH INS UNGEWISSE (Piper-Malik) und DER SIEBTE SINN (AS-Verlag), sowie SEILTANZ – Geschichten eines Lebens (Piper-Malik)
















